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PersönlichkeitStarke Evidenz

Interpersonelles Circumplex-Modell

Wiggins, J. S. · 1979

Auch bekannt als: IPC · Wiggins Circumplex

Der Interpersonale Zirkumplex ordnet soziales Verhalten in einem Kreis an, der durch zwei orthogonale Achsen definiert wird: Agency (Dominanz versus Unterwürfigkeit) und Kommunion (Wärme versus Kälte). Jeder interpersonale Stil ist eine Mischung aus beiden und wird durch seine Winkelposition auf dem Kreis bestimmt, nicht durch eine Kategorie. Die inhaltlichen Aussagen des Modells sind geometrischer Natur und überprüfbar: Merkmale, die auf dem Kreis nahe beieinander liegen, sollten positiv korrelieren, im rechten Winkel stehende Merkmale sollten unkorreliert sein und gegenüberliegende Merkmale negativ korrelieren. Diese Struktur macht den Zirkumplex zu einem der wenigen Persönlichkeitsmodelle, das im Voraus festlegt, wie seine Korrelationsmatrix aussehen muss.

Zirkuläres Modell, das interpersonelles Verhalten entlang zweier Achsen organisiert: Dominanz (durchsetzungsfähig vs. unterwürfig) und Zuneigung (warmherzig vs. kühl), woraus sich acht Oktantenpositionen ergeben, die unterschiedliche interpersonelle Stile beschreiben.

Quelle:
Wiggins, J. S. (1995). Interpersonal Adjective Scales: Professional Manual. Odessa, FL: Psychological Assessment Resources.
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Die Evidenz im Überblick

Empirische Befundlage
Starke Evidenz
Replikation
Gut repliziert
Interkulturell
Weitgehend universell
Metaanalysen
8 erfasst
ForschungsfelderPersönlichkeitKlinische PsychologieSozialpsychologieOrganisationspsychologie

Diese Einschätzungen fassen die veröffentlichte Literatur zur Theorie zusammen, nicht die Qualität eines einzelnen darauf aufbauenden Tests. Es sind redaktionelle Urteile auf Basis der unten genannten Quellen; sie ändern sich mit der Befundlage.

Historischer Kontext

Das Modell geht auf Sullivans interpersonale Psychiatrietheorie zurück und wurde in den 1950er Jahren von Leary und der Kaiser-Foundation-Gruppe erstmals als Kreis dargestellt. Frühe Versionen wurden wegen schwacher Psychometrie kritisiert, und die Tradition wurde maßgeblich durch Wiggins' lexikalische Arbeit von 1979 gerettet, die interpersonale Adjektive systematisch auswählte und die Kreisstruktur nachwies. In den folgenden Jahrzehnten entstanden das Inventar Interpersonaler Probleme und die Strukturzusammenfassungsmethode; zudem wurde belegt, dass die beiden Zirkumplexachsen Rotationen von Extraversion und Verträglichkeit aus dem Fünf-Faktoren-Modell darstellen.

Konstrukte

Selbstsicher-Dominant (PA)

Interpersoneller Stil hoher Dominanz — durchsetzungsstark, bestimmend, selbstsicher (Wiggins, 1995).

Arrogant-Berechnend (BC)

Hohe Dominanz, geringe Affiliation — wettbewerbsorientiert, schneidend, scharfzüngig (Wiggins, 1995).

Kaltherzig (DE)

Geringe Affiliation — emotional distanziert, wenig mitfühlend, an anderen desinteressiert (Wiggins, 1995).

Distanziert-Introvertiert (FG)

Geringe Dominanz, geringe Affiliation — still, zurückhaltend, verschlossen (Wiggins, 1995).

Unsicher-Unterwürfig (HI)

Geringe Dominanz — leise, bescheiden, nachgiebig (Wiggins, 1995).

Bescheiden-Naiv (JK)

Geringe Dominanz, hohe Affiliation — tolerant, akzeptierend, aufrichtig (Wiggins, 1995).

Warmherzig-Verträglich (LM)

Hohe Affiliation — fürsorglich, beruhigend, an anderen interessiert (Wiggins, 1995).

Gesellig-Extravertiert (NO)

Hohe Dominanz, hohe Affiliation — gesellig, kontaktfreudig, im Umgang mit Menschen entspannt (Wiggins, 1995).

Instrumente

  • IPIP Interpersonelles Circumplex-Modell(IPIP-IPC)Goldberg, L. R. (IPIP), measuring constructs of Wiggins, J. S.1999

Tests, die auf dieser Theorie basieren

Praktische Anwendungen

In der klinischen Psychologie wird der Zirkumplex verwendet, um wiederkehrende interpersonale Probleme zu beschreiben und die Behandlung zu planen, und zwar nach dem Komplementaritätsprinzip: Dominanz neigt dazu, Unterwürfigkeit hervorzurufen, und Wärme neigt dazu, Wärme hervorzurufen, sodass ein Therapeut den Sog antizipieren kann, den ein Patient ausübt. In organisationalen Kontexten liefert er Feedback zu Führungs- und Teamstil, ohne die Pseudotypologie kommerzieller Vier-Quadranten-Instrumente. In der Forschung wird er genutzt, um andere Konstrukte – Bindungsdimensionen, dunkle Persönlichkeitsmerkmale, Werte – in einem gemeinsamen interpersonalen Raum zu verorten.

Wie Sie Gemessen Wird

Gemessen mit Adjektiv- oder Aussagenbewertungen, die auf zwei Achsen ausgewertet werden; die Ergebnisse werden als Winkelposition und Vektorlänge (Profilhöhe und -differenzierung) angegeben, nicht als Typ.

Kritik & Grenzen

Der Kreis ist eine Vereinfachung: Reale Itemmengen zeigen Lücken und Häufungen statt gleichmäßiger Abstände, und Fit-Indizes für eine perfekte Zirkumplexität werden selten erreicht. Da die beiden Achsen Rotationen von Extraversion und Verträglichkeit sind, stellen Kritiker infrage, was der Zirkumplex über das Fünf-Faktoren-Modell hinaus bietet, außer einem Koordinatensystem. Die Komplementarität, seine bekannteste klinische Vorhersage, hat gemischte empirische Unterstützung erhalten und gilt zuverlässiger für Kommunion als für Agency. Kommerzielle Abwandlungen, die den kontinuierlichen Kreis in vier diskrete Typen umwandeln, verwerfen den Hauptvorteil des Modells und sollten nicht als dasselbe Instrument behandelt werden.

Wichtige Publikationen

  • Wiggins, J. S.. (1979). A psychological taxonomy of trait-descriptive terms: The interpersonal domain. 10.1037/0022-3514.37.3.395
  • Leary, T.. (1957). Interpersonal Diagnosis of Personality.
  • Gurtman, M. B. & Balakrishnan, J. D.. (1998). The structural summary method for the circumplex. 10.1093/clipsy.5.3.374

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