Transaktionales Bewältigungsmodell
Auch bekannt als: Lazarus & Folkman Coping
Modell, das Bewältigung als kognitive und verhaltensbezogene Bemühungen definiert, um Anforderungen zu bewältigen, die als belastend oder die persönlichen Ressourcen übersteigend eingeschätzt werden. Unterscheidet problemfokussierte (die Situation verändern) und emotionsfokussierte (die emotionale Reaktion steuern) Strategien, wobei keine Strategie universell adaptiv ist.
- Quelle:
- Lazarus, R. S., & Folkman, S. (1984). Stress, Appraisal, and Coping. New York: Springer.
Konstrukte
Selbstablenkung
Sich anderen Aktivitäten zuwenden — Arbeit, Unterhaltung, Tagträumen —, um den Stressor aus dem Kopf zu bekommen (Carver, 1997). Im transaktionalen Modell der Bewältigung (Lazarus & Folkman, 1984) reguliert sie die emotionale Reaktion und nicht die Situation und verschafft Erleichterung, ohne die Anforderung zu verändern.
Aktive Bewältigung
Konkrete Schritte unternehmen, um den Stressor zu beseitigen oder zu verringern, und die Anstrengung darauf konzentrieren, etwas an der Situation zu tun (Carver, 1997). Eine problemorientierte Strategie im transaktionalen Modell (Lazarus & Folkman, 1984); sie hängt in der Anpassungsforschung mit geringerer Belastung zusammen (Carver, 1997).
Verleugnung
Sich weigern zu glauben, dass der Stressor real ist, oder so tun, als wäre er nicht geschehen (Carver, 1997). Eine Vermeidungsstrategie, die in der Anpassungsforschung mit höherer Belastung zusammenhängt (Carver, 1997).
Substanzkonsum
Alkohol oder andere Substanzen konsumieren, um sich besser zu fühlen oder die Situation durchzustehen (Carver, 1997). Eine emotionsorientierte Vermeidungsstrategie; eine starke Abhängigkeit von ihr ist das Bewältigungsmuster, das am häufigsten als aufmerksamkeitswürdig markiert wird.
Emotionale Unterstützung
Trost, Verständnis und moralische Unterstützung bei anderen Menschen suchen (Carver, 1997). Eine emotionsorientierte Nutzung des eigenen sozialen Netzes, verschieden von instrumenteller Unterstützung, die Hilfe beim Problem selbst sucht.
Instrumentelle Unterstützung
Rat, Informationen oder praktische Hilfe von anderen darüber suchen, was zu tun ist (Carver, 1997). Das problemorientierte Gegenstück zur emotionalen Unterstützung: Das Netzwerk wird genutzt, um auf die Situation einzuwirken, nicht, um sich besser dabei zu fühlen.
Verhaltensbezogener Rückzug
Den Versuch aufgeben, mit dem Stressor umzugehen, oder die Ziele aufgeben, mit denen er interferiert (Carver, 1997). In der Anpassungsforschung hängt dies mit höherer Belastung zusammen (Carver, 1997).
Ventilieren
Negative Gefühle ausdrücken und Emotionen herauslassen, um die Belastung zu lindern (Carver, 1997). Eine emotionsorientierte Strategie: Sie kann Druck ablassen, ohne für sich genommen die Anforderung zu bearbeiten, die ihn erzeugt hat.
Positive Umdeutung
Die Situation in einem positiveren Licht neu deuten und etwas Gutes in dem suchen, was geschieht (Carver, 1997). Eine bedeutungsverändernde Strategie, die in der Anpassungsforschung mit geringerer Belastung zusammenhängt (Carver, 1997).
Planung
Darüber nachdenken, wie man dem Stressor begegnet, und vor dem Handeln eine Strategie entwerfen (Carver, 1997). Eine problemorientierte Strategie und enge Begleiterin der aktiven Bewältigung: Die eine bereitet die Handlung vor, die andere führt sie aus.
Humor
Witze über die Situation machen oder sie mit Leichtigkeit behandeln, um ihr Gewicht zu verringern (Carver, 1997). Eine emotionsorientierte Strategie, die die Haltung gegenüber dem Stressor verändert, nicht den Stressor selbst.
Akzeptanz
Die Realität der Situation akzeptieren und lernen, mit ihr zu leben (Carver, 1997). Im transaktionalen Modell werden Strategien nach ihrer Passung zur Situation bewertet und nicht als universell gut oder schlecht (Lazarus & Folkman, 1984), und Akzeptanz ist die Strategie für das, was sich nicht ändern lässt.
Religion/Spiritualität
Sich religiösen oder spirituellen Überzeugungen und Praktiken zuwenden, um Trost und Orientierung zu suchen (Carver, 1997). Sie kann sowohl als emotionale Unterstützung als auch als Sinnquelle für die Situation wirken.
Selbstbeschuldigung
Sich selbst kritisieren und die Schuld für das Geschehene geben (Carver, 1997). In der Anpassungsforschung hängt dies mit höherer Belastung zusammen (Carver, 1997), was es vom Übernehmen von Verantwortung als Schritt zum Handeln unterscheidet.
Instrumente
- NOESIS-Bewältigungsstrategien-SkalaNOESIS2026