Selbstmitgefühlstheorie
Auch bekannt als: Self-Compassion (Neff)
Theorie, die Selbstmitgefühl als gesunde Selbsteinstellung definiert, bestehend aus drei bipolaren Komponenten: Selbstfreundlichkeit vs. Selbstverurteilung, gemeinsame Menschlichkeit vs. Isolation, und Achtsamkeit vs. Überidentifikation. Unterscheidet sich vom Selbstwertgefühl dadurch, dass keine positive Selbstbewertung erforderlich ist.
- Quelle:
- Neff, K. D. (2003). The development and validation of a scale to measure self-compassion. Self and Identity, 2(3), 223-250.
Konstrukte
Selbstfreundlichkeit
Sich selbst gegenüber bei Leid oder Versagen warmherzig und verständnisvoll sein, statt hart selbstkritisch (Neff, 2003).
Selbstverurteilung
Hart kritisch und intolerant gegenüber den eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten sein — der negative Pol der Selbstfreundlichkeit (Neff, 2003).
Gemeinsame Menschlichkeit
Erkennen, dass Leiden und persönliche Unzulänglichkeit Teil der gemeinsamen menschlichen Erfahrung sind, statt isolierter Ereignisse, die nur einem selbst widerfahren (Neff, 2003).
Isolation
Sich in seinem Leiden abgeschnitten und isoliert fühlen, als wären die eigenen Probleme rein persönlich — der negative Pol der gemeinsamen Menschlichkeit (Neff, 2003).
Achtsamkeit
Schmerzhafte Gedanken und Gefühle in ausgewogener Achtsamkeit halten, statt sie zu unterdrücken oder zu übertreiben — eine Voraussetzung für Selbstmitgefühl (Neff, 2003).
Überidentifikation
Von den eigenen negativen Gefühlen vereinnahmt werden und mit ihnen verschmelzen, wodurch die Perspektive auf den größeren Kontext verloren geht — der negative Pol der Achtsamkeit (Neff, 2003).
Instrumente
- NOESIS-SelbstmitgefühlsskalaNOESIS2026