Morgen- und Abendtypen (Circadiane Typologie)
Auch bekannt als: Chronotype · MEQ framework · Circadian preference
Rahmenmodell, das den stabilen individuellen Unterschied in der Phase der inneren Uhr beschreibt: wann der Körper eines Menschen schlafen, aufwachen, essen und leisten möchte. Horne und Östberg (1976) entwickelten die erste Selbsteinschätzung von Morgen- und Abendtypigkeit und validierten sie an einem physiologischen Marker, dem circadianen Rhythmus der Mundtemperatur, wobei Morgentypen deutlich früher ihr Maximum erreichten als Abendtypen. Der Chronotyp ist kontinuierlich und nicht binär: Die meisten Menschen liegen zwischen den Extremen. Er verschiebt sich außerdem über die Lebensspanne, läuft in der Jugend spät und wandert im Erwachsenenalter nach vorn. Es ist eine Präferenz der Phase, verschieden von Schlafqualität, Schlafdauer und Schlafstörungen.
- Quelle:
- Horne, J. A., & Östberg, O. (1976). A self-assessment questionnaire to determine morningness-eveningness in human circadian rhythms. International Journal of Chronobiology, 4(2), 97-110.
Konstrukte
Morgentypigkeit
Die Position der inneren Uhr eines Menschen auf dem Kontinuum von Morgen zu Abend: wie früh der Körper aufwachen will, wann der Schlaf tatsächlich kommt und wann Kopf und Muskeln ihr Bestes erreichen (Horne & Östberg, 1976). Morgen- und Abendtypen unterscheiden sich im Zeitpunkt von Körpertemperatur, Melatonin und Wachheit, nicht in der Disziplin. Die Mitte ist keine Unentschlossenheit: Zwischentypen sind die häufigsten und im Zeitplan die flexibelsten. Und die Position verschiebt sich über die Lebensspanne, statt festzustehen.
Instrumente
- NOESIS-Chronotyp-SkalaNOESIS2026